Beantown News

Nachdem ich mich schon über einen Monat nicht mehr gemeldet habe und mehrere Beschwerden deswegen bei mir eingegangen sind, wollte ich euch ein wenig mit Neuigkeiten füttern. Heute Abend nehme ich mir die Zeit für euch... :-)

Nun, wo soll ich nun anfangen. Ich bin fast drei Monate hier und die Uni gibt uns immer noch viele Hausaufgaben auf. Allerdings habe ich den Eindruck, dass man hier relativ leicht gute Noten bekommt. Hat auch was Gutes...jedenfalls motiviert es mich schon ein wenig. Auch dass die Dozentin meines Intro Communication Kurses mir gesagt hatte, dass sie es liebend gerne sehen würde, wenn ich hier in den Staaten bliebe (bzw. nach meinem Uni-abschluss in Dtld hierher zurückkehrte, das würde mir eher behagen ;-)) und irgendwie in Journalismus ginge, war ein großes Kompliment für mich. (Sie selbst hat über 30 Jahre für Print und Radio als Journalistin gearbeitet.) Ob ich das tatsächlich anstreben möchte, weiß ich noch nicht. Auf jeden Fall war es ein neuer Impuls, der mich darüber nachdenken lässt.

Die Leichtigkeit bzw. besser gesagt den Schwierigkeitsgrad der Kurse kann ich nicht ganz einschätzen. Immerhin belege ich hier Kurse als "non-degree student" und die entsprechenden Dozenten und Dozentinnen wissen ja, dass wir als Austauschstudenten ohne Anspruch auf Notenanrechnung für einen offiziellen Abschluss an dieser Uni und in ihren Kursen sind. Da mögen sie vielleicht bei der Notengebung ein wenig großzügiger sein bzw. eher geneigt, über sprachliche Fehler hinwegzusehen. Ausserdem belege ich "undergraduate" Kurse, die im Groben mit Grundstudiumskursen vergleichbar sind. Teilweise habe ich aber auch den Eindruck, dass die Studenten erst hier am College Sachen lernen, die wir schon im Gymnasium  beigebracht bekommen haben und an einer deutschen Universität Voraussetzung sind.
 
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die Dozenten daran gewöhnt sind, dass viele Immigranten an diese Uni gehen. Immerhin ist dies die staatliche Uni und obwohl sie noch immer sauteuer ist, ist das eine "günstige" Uni. Für viele ist das der einzige Weg, um an einen höheren Bildungsabschluss zu gelangen. Und doch ist es schwierig für sie, da ein Großteil von ihnen nebenher arbeiten gehen muss. Von daher ist es nicht unnormal, dass einige zwischendrin abbrechen oder nach dem Bachelor einfach beim Arbeiten und Geldverdienen bleiben. Auch wenn ich für die Studiengebühren war, um die Verbesserung der Ausstattung der deutschen Universitäten zu unterstützen, so bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die Studiengebühren nicht steigen dürfen. Was für ein Privileg ist es, Bildung zu erlangen. Insbesondere, wenn man dafür noch hohe Gebühren zahlen muss. Aber da war doch noch etwas: Das Recht auf Bildung für jeden. Wie lässt sich das noch mit hohen und immer weiter ansteigenden Studiengebühren vereinbaren? In den USA ist dies mit dem jetzigen System nicht möglich. Aber das ist nicht das Einzige, das im amerikanischen System nicht stimmt. Worin die Amerikaner jedoch gut sind ist die Nutzung von Euphemismen (die Beschönigung von [negativen] Tatsachen). Die verwenden sie in jeder Lebenslage. Das ist auf jeden Fall typisch amerikanisch!

Ansonsten ist die Freizeit auch ganz angenehm zu füllen. Die hauptsächlich deutsche Gruppe ist eine interessante Mischung und jede einzelne Person ist sehr wertzuschätzen. Es geht lustig und kunterbunt zu. Manchmal ist es mir zu bunt. Das sind dann meistens die Momente, wenn die Gruppe "spontan" ist, d. h. erst mal keinen Plan hat und fünfzig Minuten rumsteht, um zu beratschlagen, was man nun letztendlich unternehmen will. Manchmal ist das ja richtig spassig, so spontan zu sein. Aber je häufiger das vorkommt, umso anstrengender finde ich das für mich. Deshalb versuche ich gerade die richtige Balance zu finden, um mit der Gruppe hin und wieder was zu unternehmen, aber auch um mit anderen Leuten in Kontakt zu kommen. Mal schauen, vielleicht wird das ja über JT was. Da er sich gerade von seiner Freundin getrennt hat, ist er nicht nur dabei, zwei Schichten zu arbeiten, sondern geht auch wieder verstärkt gerne aus, um sich abzulenken. Yeay, das kommt mir entgegen! ;-)

Generell muss ich sagen, dass ich mit meinen roomies und meiner Wohnung und Wohnsituation total Glück habe! Ich habe weder einen langen Fussmarsch von meiner Wohnung zur T station, noch bin ich auf die unzuverlässigen Busse angewiesen. Und ich habe den Stress in der WG nicht, den andere eingegangen sind. I totally lucked out and am absolutely happy about it! - Meine zwei Mitbewohner sind jeder auf seine/ihre Weise total lieb. Ich mag sie soo sehr! Linh wirkt häufig kühl, zurückgezogen und unnahbar, aber ich glaube, dass sie nur einfach eine schüchternere Person ist, die sich nur wenigen Menschen öffnet. Aber sie ist auf jeden Fall sehr entgegen- wenn nicht sogar zuvorkommend, hilfsbereit und zuverlässig. JT ist derjenige, der nach aussen hin offen, locker und lässig ist. Aber auch ihn habe ich schon schüchtern oder vielleicht sogar verletzlich gesehen, was ihn sehr sympathisch macht. Und auch er hat gute Tipps auf Lager. Ach ja, wenn ich da nicht ins Schwärmen gerate!... *seufz*...Jedenfalls bin ich so dankbar, dass ich in diese WG reingeraten bin.

Was kann ich noch erzählen?! Vielleicht, dass ich über das Thanksgiving Wochenende, das zufällig quasi auf meinen Geburtstag fällt, nach New York fahre. Dort treffe ich Glenda, meine frühere Mitbewohnerin aus Mannheim und ihre Freundin Lyly, die mittlerweile in Washington D.C. arbeitet und lebt. Das Wochenende drauf fahre ich evtl. nochmal nach NYC, da die Stadt ja dann so schön weihnachtlich dekoriert ist. A propos weihnachtlich: Hier wird es tierisch kalt. Noch ist es eine angenehme, trockene Kälte mit Sonnenschein. Aber das wird sich wohl auch mit dem ersten Blizzard ändern. Mal schaun, wann das kommen wird. Ich brauche auf jeden Fall noch Pullis und Boots!...*Brrr*...Naja, und dann über Weihnachten werde ich zu meiner Gastfamilie nach LA fliegen. Freue mich schon, alle wiederzusehen und das neue Baby, Leila!!! Mit Géraldine und ihren Freundinnen werde ich für Silvester nach Las Vegas fahren. Hab ich zwar schon mal gemacht, aber da waren wir noch nicht 21. Jetzt wird es wohl besser! Yeay! ;-)

Nun meine Lieben, es gäbe noch sooo viel mehr zu erzählen. Aber lieber will ich noch mit ein paar Bildern füttern!
Seid alle herzlichst gegrüßt!
Viele Busserls an alle - mpfuah - und bis bald! :-)

Frühstück im Italian Café bei Charles MGH - mit mir auf dem Bild: Karine, die kleine quirlige Quebecoise und Matthias, der Kölner Jeck :-)

 

Taras Halloween Geburtstag - das ist nur ein Teil der Gruppe: moi, Andrea, Laura und Emily (v. l. n. r.)

Teil von Harvard bei Nacht...in der Sonntagnacht als die Red Sox die Baseball World Series 2007 gewannen...

 

Mein roomie JT, der mit mir zu Harvard Square gegangen ist, um mit mir ein wenig "craziness" zu erleben nachdem die Red Sox gewonnen hatten! :-)

Teil der deutschen Truppe: Steffen, E.C., Tara und Andrea (v. l. n. r) am darauffolgenden Dienstag bei der Boston Red Sox Rally anlässlich der gewonnen Baseball World Series

 

Chinatown experience zusammen mit Charlie, dem kleinen waschechten Chinesen ;-)

 

Die zwei Damen und Christopher waren beim Shabu Shabu Essen dabei und beim anschließenden Flanieren entlang der Newbury Street

Teil Bostons an der Newbury Street...

 

...ist das nicht schön?!... (und schön teuer...)

 

Boston bei Dämmerung (Sicht aus der Nähe von Park Street)

 

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